Cantaloop Hamburg

christoph spricht, melanie lacht

Chorkonzerte mit Cappuccino

Innerhalb von 17 Stunden kann man einiges schaffen: Sich in den Flieger quetschen und von Dubai nonstop nach Auckland fliegen. Den Hamburg-Marathon laufen – achtmal, als Schnellster und ohne Pause. Oder entspannt bleiben und zwei Konzerte geben. Cantaloop hat am letzten Wochenende genau das getan. Vor heimischer Kulisse und mit Frühlingsgefühlen.

++ Samstag, 16. April ++

Die Bar ist aufgebaut, die Tische dekoriert, die Kaffeemaschinen brodeln und die Abendkasse lächelt erwartungsvoll. Damit zwei Konzerte und das Drumherum wie am Schnürchen klappen, braucht es gute Nerven, die nötige Ruhe – und ein plietsches Organisationskommittee mit Blick fürs Detail. (Danke Anna, Nele und all den anderen fleißigen internen und externen helfenden Händen!). Rund 50 Karten waren für den Samstagabend noch zu haben – und die ersten Spontankäufer eine Stunde vor Konzertbeginn stimmten erwartungsfroh!

Unsere Gäste von clazz schafften die Strecke von Hannover über die A7 problemlos – unser gemeinsames Rückspiel konnte beginnen! Die Hannoveraner hatten bei unserem >>Besuch im vergangenen Juni die Latte in Sachen Gastfreundschaft und Musikalität ziemlich hoch gehängt. Wie schön, dass kurz vor Konzertbeginn die letzte Karte ihren glücklichen Besitzer fand (weniger schön, dass wir einige Nachzügler dann leider abweisen mussten) und wir den clazzern ein volles Haus präsentieren konnten! Und auch unser Programm an „Kaleidoscope Songs“ hielt für die Hannoveraner und die Gästeschar manche Premiere bereit. Zu nennen sind besonders „das Werk“ in Form eines Cantaloop-Exklusivarrangements von >>Daniel Mattar zu Jarle Bernhöfts C’mon talk oder auch unser kleines und feines „Zugäbchen“ Let it swing, mit dem das norwegische Duo Bobbysocks (Ja! Wir mögen Norwegen!) 1985 den Grand Prix gewann (Arr. >>Patrick Ehrich). Stile und Klänge, in die wir uns zu Beginn der Proben hineinhören mussten – und die jetzt schon ganz zu uns gehören!
Hochzufrieden übergaben wir nach einer knappen Stunde den Staffelstab an die clazzer, die ebenfalls eine Sympathie für Norwegen hegen (es gab ein wunderbares A-ha-Medley) und sowohl mit ausgeprägter Choreographie als auch mit stimmlicher Bandbreite zu überzeugen wussten. Der eine oder andere „Loopie“ meinte sogar, im Programm der Niedersachsen ein wenig hanseatische Inspiration aufblitzen zu sehen (Don’t you worry child ist aber auch einfach ein genialer Song!).
Wir beschlossen den Abend gemeinsam und hochvergnügt in einer kleinen Bar um die Ecke, die an diesem Samstag vermutlich den Umsatz des Jahres machte. Liebe clazzer, es war schön mit Euch!

++ Sonntag, 17. April ++

pop-absage_plakatWie schade!! Wir hatten uns so auf unsere Matinee-Gäste aus Detmold gefreut! Doch wenn der Krankheitsteufel derart zuschlägt, dass ganze Stimmgruppen stimmlos bleiben, platzt kurzfristig jeder noch so gute Plan. Wir hätten Euch gerne hier gehabt, liebe Pop-Ups und hoffen, dass sich bald eine zweite Chance ergibt! Gute Besserung allen!
Nun wurde gewirbelt, glühten die Drähte und rauchten die Köpfe, denn unsere Sonntagsmatinee sollte natürlich trotzdem stattfinden. Und wieder einmal zeichnete sich aus, dass bei Cantaloop die richtigen Leute die richtigen Ideen und Kontakte haben. Zwei musikalische Damen mit Charme und Witz bewiesen beneidenswerte Spontaneität und sorgten für einen ungewöhnlichen, aber umso launigeren Auftakt des Sonntags. Karin Olma und Karla Feles, normalerweise im Trio >>3Ladies1st auf den Bühnen zwischen Elbe und Alster unterwegs, schnappten sich Gitarre und Akkordeon und legten los. Wäre der Begriff „Stimmungskanonen“ nicht schon etwas abgegriffen – für diese Damen hätte er neu erfunden werden müssen! Evergreens wie Marina Marina oder auch Eigenkompositionen (Regenbogen überm Köhlbrand) ließen die Aprilluft dampfen. Das war ein denkbar dankbarer Beginn für Cantaloops Konzertprogramm, Teil 2, das wir, beinahe ebenso spontan, um ein paar Titel ausdehnten.
Vieles könnte man noch schreiben und die Liste an Dank für ein weiteres Wochenende voller „Chor-Freude“ ist lang – nicht unerwähnt bleiben soll hier jedoch die Gastfreundschaft und Unterstützung durch das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer – vielleicht lag am Montagmorgen ja noch etwas Musik in der Luft?